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Hypnoze

Angst vor Krankheiten: wenn jedes Stechen zur Diagnose wird

Ein Ziehen, ein Knoten, ein Stolpern im Herz, und schon kreist der Kopf um das Schlimmste. Hier erfährst du, wann aus Vorsicht Angst wird, was sie am Laufen hält und was dir helfen kann.

Nachttisch am Abend mit umgedrehtem Handy, Leselampe und einem Glas Wasser.

Kennst du das?

  • Du liest einen Befund dreimal, und das Wort ‚unauffällig‘ beruhigt dich nur bis zum Abend.
  • Kurz beruhigt nach dem Arztbesuch, und am nächsten Tag sitzt die Sorge an einer anderen Stelle.
  • Du tastest nach, ob der Knoten noch da ist, und gleich noch einmal.
  • Ein Bericht über jemanden in deinem Alter, und du liegst die Nacht wach.
  • Du schiebst den Arzttermin auf, weil du Angst vor dem Ergebnis hast.

Ist das noch normale Sorge oder schon mehr?

Auf den eigenen Körper zu achten ist vernünftig, und wer bei einem neuen Knoten zur Ärztin geht, macht alles richtig. Ein wenig Angst, krank zu werden, gehört zum Leben dazu. Schwierig wird es, wenn die Sorge ganze Abende füllt, wenn sie nach einem unauffälligen Befund nicht verschwindet oder wenn sie nur den Ort wechselt: erst das Herz, dann der Bauch, dann ein Fleck auf der Haut. Nimmt das viel Raum ein und schränkt dich ein, sprechen Fachleute von Krankheitsangst.

Das heißt nicht, dass du dir alles einbildest. Etwas Neues oder Ungewöhnliches lässt du am besten einmal ärztlich abklären, damit die Frage auf festem Boden steht. Bei Brustschmerz mit Atemnot wählst du sofort die 112. Und wenn die Sorge nach der Abklärung trotzdem bleibt, lohnt es sich, auch die Angst selbst ernst zu nehmen.

Warum Googeln die Sorge nur kurz beruhigt

Meist beginnt es mit einem kleinen Moment. Es ist 23 Uhr, du liegst auf dem Sofa, und da ist dieses Stechen. Du greifst zum Handy, tippst, liest, und nach zehn Minuten hast du drei mögliche Erklärungen, von denen eine dir den Atem nimmt. Also suchst du weiter, bis dich ein Text beruhigt. Die Erleichterung ist echt, aber sie hält nicht lange, und beim nächsten Ziehen beginnt alles von vorn.

Genau diese kurze Erleichterung macht das Muster so zäh. Googeln, Abtasten, Nachfragen bei der Partnerin, ein weiterer Termin, ein neuer Arzt: Jedes Mal sinkt die Angst ein wenig, und dein Kopf lernt daraus, dass Prüfen hilft. Manche gehen den umgekehrten Weg und meiden Ärzte ganz, weil die Angst vor dem Ergebnis noch größer ist. Beides hält die Sorge im Zentrum. Gilt das Meiden vor allem der Zahnarztpraxis, lies Angst vor dem Zahnarzt.

Dahinter steckt oft ein Teil von dir, der aufpassen will. Er meint es gut, denn er will nichts übersehen und dich rechtzeitig warnen. Nur hat er gelernt, dass Ruhe gefährlich ist, und so springt er bei jedem Signal an. Mit der Zeit kann daraus ein Bild von dir selbst werden: Ich bin eben anfällig. Hilfreicher ist ein anderer Satz:

Nicht: „Ich muss sicher wissen, dass ich gesund bin.“ Sondern: „Ich kann mit einer Restunsicherheit leben, ohne dass sie meinen Tag bestimmt.“

Was dir im Alltag helfen kann

Ein paar Schritte kannst du gleich ausprobieren. Sie lösen nichts auf einen Schlag, verschieben aber, wer den Ton angibt:

  • Das Checken bemerken und hinauszögern. Wenn der Daumen schon über der Suchleiste schwebt, sag dir: jetzt nicht, in zwanzig Minuten. Manchmal ist der Drang danach schon schwächer.
  • Eine feste Sorgen-Zeit statt Dauersuche. Gib der Sorge jeden Tag eine Viertelstunde zur gleichen Zeit. Kommt sie vorher, darf sie warten.
  • Eine feste Ansprechperson. Eine Hausärztin oder ein Hausarzt, der dich kennt, ist hilfreicher als viele Praxen, die jeweils einen Ausschnitt sehen. Sprich dort ruhig offen an, dass dich die Angst belastet.

Ein Mann schreibt am Küchentisch ein paar Zeilen in ein Notizbuch.

Was die Forschung zeigt

Für Krankheitsangst ist Psychotherapie der Weg mit den besten Belegen, vor allem die kognitive Verhaltenstherapie. Eine Übersichtsarbeit über mehrere kontrollierte Studien fand einen deutlichen Effekt der Verhaltenstherapie im Vergleich zu verschiedenen Kontrollbedingungen, etwa Warteliste oder üblicher Versorgung, und er hielt bis zu einem Jahr an. Sie bleibt deshalb die erste Wahl, und deine Hausärztin kann dir helfen, einen Therapieplatz zu finden.

Quelle: Cooper, Gregory, Walker, Lambe & Salkovskis (2017), Cognitive Behaviour Therapy for Health Anxiety: A Systematic Review and Meta-Analysis, Behavioural and Cognitive Psychotherapy 45(2), 110–123

Zu Hypnose bei Krankheitsangst gibt es dagegen kaum eigene Studien. Sie kann eine Therapie begleiten, wenn das für dich passt, ersetzen kann sie sie nicht.

Woran Tommy in den Sitzungen arbeitet

Ausgangspunkt ist der Moment, in dem es kippt: das Stechen, der Griff zum Handy, der erste Suchbegriff. Ihr schaut euch diesen Moment langsam an, damit du merkst, was in dir passiert, bevor die Suche beginnt. Dann geht es um den Teil, der Wache hält, und um die Frage, was er bräuchte, um kurz Pause zu machen, ohne dass du dich ungeschützt fühlst.

Tommy arbeitet dabei mit Hypnose nach Milton H. Erickson, also mit Bildern in deiner eigenen Sprache, und verbindet sie mit Elementen aus der Verhaltenstherapie, etwa dem bewussten Aufschieben des Prüfens. Tommy nennt diese Arbeit Trance State Hypnosis. Sie ersetzt keine Therapie, und wenn du schon in Behandlung bist, läuft sie in Absprache mit deiner Therapeutin oder deinem Therapeuten.

Die Sitzungen finden online per Zoom statt, Tommy sitzt in Leipzig. Die erste dauert etwa 90 Minuten, weitere um die 60 Minuten. Für 250 € bearbeitet ihr ein Thema, in der Regel in 1 bis 3 Sitzungen, alle im Preis. Ob das für dich der richtige Schritt ist, klärt ihr vorher im kostenlosen Erstgespräch.

Wenn deine Angst anders aussieht

Geht es dir eher um Angst im Allgemeinen, findest du mehr unter Hypnose bei Angst. Wird daraus eher Panik vor Krankheiten, mit Herzrasen aus dem Nichts und dem Gefühl „gleich passiert etwas“, passt Panik besser. Und wenn vor allem Anspannung und Druck dahinterstecken, lies bei Stress weiter.

Was oft gefragt wird

Bin ich ein Hypochonder?

Ein Etikett hilft dir wenig, und eine Diagnose stellen Ärztinnen, Ärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Wichtig ist: Starke Angst vor Krankheiten ist gut bekannt, sie hat einen Namen, und sie lässt sich behandeln. Du bildest dir nichts ein und bist damit nicht allein.

Und wenn doch etwas Ernstes dahintersteckt?

Neue oder veränderte Beschwerden gehören zuerst in ärztliche Hände. Das eine schließt das andere nicht aus: Du kannst etwas abklären lassen und trotzdem an der Angst arbeiten, die danach bleibt.

Kann Hypnose das allein lösen?

Nein. Bei Krankheitsangst ist Psychotherapie, vor allem Verhaltenstherapie, der gut untersuchte Weg. Hypnose kann das begleiten, wenn es für dich passt und mit deiner Therapeutin oder deinem Therapeuten abgesprochen ist.

Ob du gesund bist, kann dir kein Handy sagen. Wie viel Platz die Frage in deinem Tag bekommt, lässt sich üben.

Erst die Abklärung, dann die Angst

Im Erstgespräch (30 Minuten, kostenlos) erzählst du, was dich beschäftigt. Tommy sagt dir offen, ob Hypnose neben Arzt oder Therapie Sinn ergibt oder ob ein anderer Weg zuerst dran ist.

Drei kurze Fragen. Du musst nichts perfekt beantworten. Sie helfen dir und Tommy, die 30 Minuten gut zu nutzen.

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