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Hypnoze

Angst beim Autofahren: was dahintersteckt und was dir auf der Straße hilft

Die Auffahrt kommt näher, und dein Körper ist schon da, bevor du es bist. Hier liest du, woher die Angst kommt, was du selbst tun kannst und welche Wege es gibt, auch für die Autobahn und den Beifahrersitz.

Eine Frau fährt ruhig Auto, durch die Windschutzscheibe eine Autobahnauffahrt.

Kennst du das?

  • Die Auffahrt zur Autobahn kommt näher, und die Hände werden feucht.
  • Du fährst lieber 20 Minuten Umweg, nur um nicht über die Schnellstraße zu müssen.
  • Neben dir zieht ein LKW vorbei, und die Brust wird eng.
  • Als Beifahrer trittst du innerlich auf die Bremse.
  • Du weißt, dass es meistens gut geht, und fährst trotzdem seit Monaten nur kurze, bekannte Strecken.

Die kurze Antwort

Was bei Angst beim Autofahren am meisten hilft, ist meist kein Trick, sondern Wiederholung: in kleinen, geschützten Schritten wieder fahren, bis dein Körper erlebt, dass die Strecke gut ausgeht. Viele gehen diesen Weg mit einer Fahrlehrerin, die Erfahrung mit Fahrangst hat, mit einem Verkehrspsychologen oder in einer Verhaltenstherapie. Einiges kannst du auch selbst tun.

Hypnose kann eine Ergänzung sein. Für Fahrangst ist sie nur in einzelnen Studien untersucht worden, deshalb steht hier kein Versprechen.

Quelle: Sonnenmoser, Angst vor dem Autofahren, Deutsches Ärzteblatt PP 5/2021

Was in dir passiert, wenn die Fahrt kippt

Meist gibt es einen Moment, an dem es losgeht: die Auffahrt mit dem Beschleunigungsstreifen, der LKW, der sich neben dich schiebt, die Einfahrt in den Tunnel oder der Stau, aus dem du nicht herauskommst. Dein Körper reagiert, als stünde eine echte Gefahr bevor: Das Herz rast, der Atem wird flach, und alles in dir will nur noch raus.

Weil sich das so schlimm anfühlt, beginnst du auszuweichen: Du nimmst die Landstraße statt der Autobahn, fährst nur noch mit Begleitung oder lässt das Auto ganz stehen. Das erleichtert kurz, doch dein Körper lernt dabei nur, dass es gut war, nicht zu fahren. So bleibt die Angst am Leben und wandert manchmal weiter, von der Autobahn bis in die Stadt.

Als Beifahrerin oder Beifahrer ist es oft noch schwerer, weil du nichts steuern kannst. Du hältst dich am Haltegriff fest und behältst jeden Abstand im Blick, als hinge alles an dir.

Nicht immer steckt ein Unfall dahinter. Fachleute nennen einen erlebten Kontrollverlust beim Fahren, mit oder ohne Unfall, als häufigste Ursache. Die Angst kann aber auch nach einer langen Fahrpause kommen, aus Dauerstress oder nach einem Verlust, der mit dem Straßenverkehr gar nichts zu tun hat.

Quellen: ADAC, Angst beim Autofahren: Was dagegen hilft · Sonnenmoser, Angst vor dem Autofahren: Graduierte gefahrenarme Konfrontation, Deutsches Ärzteblatt PP 5/2021

Vielleicht sagst du dir dann, du seist fürs Fahren einfach nicht gemacht. Es lässt sich auch anders sehen:

Nicht: „Ich bin zu ängstlich zum Fahren, mit mir stimmt etwas nicht.“ Sondern: „Ein Teil von mir will mich schützen und hat in einem Moment Alarm gelernt. Das lässt sich in kleinen Schritten neu lernen.“

Was du selbst tun kannst

Diese Tipps empfehlen ADAC und ÖAMTC, gestützt auf Verkehrspsychologen und Fahrlehrerinnen. Sie ersetzen kein begleitetes Training, machen den Anfang aber kleiner.

Vor der Fahrt

  • Fang auf bekannten, ruhigen Strecken an. Ein Weg, den du gut kennst, zu einer Zeit mit wenig Verkehr, etwa am Wochenende. Erweitere ihn jedes Mal nur ein Stück.
  • Führ ein Angsttagebuch. Notiere, wo die Angst kam und wie stark sie war. So siehst du, wo dein Moment liegt und was sich schon bewegt.

Unterwegs

  • Atme langsam aus. Länger aus als ein, ohne zu pressen.
  • Sprich laut. Lautes Sprechen beruhigt die Atmung, ob du die Strecke ansagst oder ein Lied mitsingst.
  • Lös die Muskeln. Schultern sinken lassen, den Griff am Lenkrad lockern, die Füße spüren.
  • Halt sicher an, wenn es zu viel wird. Halt ruhig an einer sicheren Stelle an, auf der Autobahn am besten auf dem nächsten Parkplatz. Vertritt dir kurz die Beine, atme durch und entscheide dann, wie es weitergeht.

Auf der Autobahn

Fang als Beifahrerin oder Beifahrer an, dann fahr selbst eine Ausfahrt weit und wieder herunter. Verlängere die Strecke erst, wenn die kurze sich vertraut anfühlt.

Als Beifahrer

Schau bewusst aus dem Fenster und benenn innerlich, was du siehst: das Ortsschild, die Ampel, den Bäcker an der Ecke. So wandert die Aufmerksamkeit vom Bremsfuß zum Weg.

Quellen: ADAC, Angst beim Autofahren · ÖAMTC, Angst beim Fahren (22.01.2024)

Eine Frau steht an ihrem Auto auf einem Rastplatz und atmet durch.

Wann Fahrtraining oder Therapie dran sind

Reicht das nicht, oder meidest du das Fahren schon länger, sind begleitete Wege dran. Eine Fahrschule mit Erfahrung bei Fahrangst oder ein Fahrsicherheitstraining gibt dir einen geschützten Rahmen, in dem jemand neben dir sitzt, der im Zweifel eingreifen kann. In einer Verhaltenstherapie lernst du, deine Angst zu verstehen, und näherst dich dem Fahren dann Stufe für Stufe, manchmal erst im Simulator, später im eigenen Auto. Dieses gestufte, möglichst gefahrenarme Üben gilt als Kern der Behandlung. Große kontrollierte Studien speziell zur Fahrangst fehlen allerdings bisher.

WegWas passiertWas bekannt ist
Selbsthilfekleine, bekannte Strecken, Atmen, Angsttagebuchhäufig empfohlen, gut für den Anfang
Fahrschule mit Fahrangst-Erfahrung, Fahrsicherheitstrainingbegleitet fahren, vom ruhigen Gebiet bis zur Autobahnverbreitet, setzt auf echte Erfahrung am Steuer
VerhaltenstherapieAngst verstehen, dann gestuft übengilt als Kern der Behandlung, in einzelnen Studien bewährt
Hypnosedie Fahrt in ruhigem Zustand innerlich übenErgänzung, nur in einzelnen Studien untersucht

Kehrt ein Unfall in Bildern oder Albträumen zurück, sind zuerst Fachleute für Traumafolgen dran (mehr dazu in den Fragen unten). Und spürst du Schwindel, Herzrasen oder ein Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden, auch ohne klaren Anlass, lass das ärztlich abklären.

Quellen: Sonnenmoser, Deutsches Ärzteblatt PP 5/2021 · ADAC, Angst beim Autofahren

Woran Tommy in den Sitzungen arbeitet

Du kommst wegen der Angst am Steuer. In den Sitzungen geht es um das, was sie am Laufen hält: um den einen Moment, in dem es losgeht, und um den Teil von dir, der einen klaren Plan hat: „Ich fahre nicht, damit nichts mehr passiert.“ Er meint es gut, nur kann dein Radius mit seinem Plan Jahr für Jahr kleiner werden. Oft hängt daran auch ein Bild von dir selbst, etwa „Ich bin eben keine Autofahrerin“.

Tommy nutzt dafür Hypnose nach Milton H. Erickson, also Bilder und deine eigenen Worte statt fester Sätze. In der Arbeit mit inneren Anteilen fragt ihr den Teil, der auf die Bremse tritt, was er bräuchte, um dich wenigstens bis zur nächsten Ausfahrt fahren zu lassen. Dazu kommen Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie: In einem ruhigen Zustand gehst du die Fahrt innerlich Stück für Stück durch, vom Schlüssel über die Auffahrt bis zum LKW auf der Nebenspur, und übst, an jeder Stelle ein wenig länger zu bleiben. Hypnose kann dafür einen Anstoß geben, die echte Strecke fährst du danach selbst.

Ist die Angst nicht nur im Auto da, sondern in vielen Lebenslagen, lies weiter bei Hypnose bei Angst. Kommt das Herzrasen auch ohne Straße aus dem Nichts, passt die Seite zu Panik. Meidest du auch das Flugzeug, findest du einiges bei Flugangst wieder.

Kosten und Ablauf

Tommy sitzt in Leipzig und arbeitet ausschließlich online per Zoom. Für die Sitzung musst du also nicht ins Auto steigen. Wie das per Video aussieht, steht unter Hypnose online.

Für Trance State Hypnosis zahlst du 250 € für ein Thema, in der Regel 1 bis 3 Sitzungen, alle im Preis.

So läuft es ab

  1. Erstgespräch, 30 Minuten, kostenlos. Du erzählst, wo die Angst am Steuer anfängt, und Tommy sagt dir offen, ob Hypnose passt oder ob zuerst ein anderer Weg dran ist.
  2. Erste Sitzung, etwa 90 Minuten. Ihr sucht den Moment, an dem es losgeht, und geht ihn in Hypnose durch.
  3. Weitere Sitzungen, etwa 60 Minuten. Ihr schaut, wie die ersten Strecken gelaufen sind, und plant die nächste Etappe.

Was oft gefragt wird

Kann ich nach der Sitzung wieder auf die Autobahn?

Einen Termin für die erste Autobahnfahrt kann dir niemand seriös nennen. Ihr plant stattdessen gemeinsam kleine Schritte, die du danach selbst auf der Straße gehst, etwa erst eine Ausfahrt weit.

Ist Fahrangst eine Angststörung?

Manchmal ist sie eine eng umrissene Angst, manchmal hängt sie mit Panik oder anderen Ängsten zusammen. Das klärt eine Ärztin, ein Arzt oder eine Psychotherapeutin. Hypnose stellt keine Diagnose.

Und wenn die Angst nach einem Unfall kam?

Kehrt der Unfall in Bildern, Flashbacks oder Albträumen zurück, sind zuerst Fachleute für Traumafolgen dran. Hypnose kann höchstens ergänzend dazukommen, abgesprochen mit deiner Behandlung.

Was tun, wenn die Panik beim Fahren kommt?

Fahr an der nächsten sicheren Stelle ran, steig kurz aus und atme langsam aus, bis es nachlässt. Lass solche Anfälle später ärztlich abklären. Ob Medikamente sinnvoll sind, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt.

Der Schlüssel darf noch auf dem Tisch liegen. Erzähl erst einmal, auf welcher Strecke es für dich eng wird.

Erst reden, dann entscheiden

Im Erstgespräch (30 Minuten, kostenlos) erzählst du Tommy, an welcher Stelle die Angst beim Fahren anfängt. Ihr klärt, ob Hypnose dazu passt. Danach entscheidest du in Ruhe.

Drei kurze Fragen. Du musst nichts perfekt beantworten. Sie helfen dir und Tommy, die 30 Minuten gut zu nutzen.

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