Hypnoze
Selbstwertgefühl stärken: erst schauen, wo du stehst, dann üben
Du sagst dir, dass du okay bist, und glaubst es trotzdem nicht. Die kurze Antwort: Selbstwert wächst durch wiederholte Erfahrung, nicht durch Einsicht allein. Unten findest du einen Selbsttest und fünf Übungen, mit denen du anfangen kannst.
Kennst du das?
- Nach einem Lob denkst du: Das war Glück.
- Du sagst Ja, obwohl du Nein meinst, damit niemand enttäuscht ist.
- Ein kleiner Fehler läuft abends noch in Dauerschleife.
- Du siehst bei anderen, was sie können, und bei dir, was fehlt.
- Komplimente kannst du schwer annehmen.
Selbsttest: 10 Aussagen zu deinem Selbstwert
Der Test dauert etwa zwei Minuten. Er beruht auf der Rosenberg-Skala, dem bekanntesten Fragebogen zum Selbstwert. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten, nimm die, die spontan am besten passt.
Deine Antworten bleiben in deinem Browser. Nichts wird gespeichert oder gesendet. Der Test ist eine Orientierung, keine Diagnose.
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Dein Selbstwert ist gerade eher niedrig
Du gehst im Moment ziemlich streng mit dir um. Das ist kein Urteil über dich, sondern ein Hinweis, wo es sich lohnt anzusetzen. Die Übungen weiter unten sind ein guter Anfang. Fühlst du dich zusätzlich seit Wochen niedergeschlagen, mach auch den Selbsttest zur Stimmung.
Dein Selbstwert liegt im mittleren Bereich
So antworten viele Menschen. Trotzdem kann es Situationen geben, in denen der Selbstwert wegsackt. Schau dir die Aussagen an, bei denen du gezögert hast: Dort lohnt es sich anzusetzen.
Dein Selbstwert ist gerade eher hoch
Du begegnest dir im Großen und Ganzen freundlich. Gibt es trotzdem eine Situation, in der das kippt, ist genau sie das Thema, nicht dein Selbstwert insgesamt.
Ein Fragebogen kann ein Gespräch mit Fachleuten nicht ersetzen. Er hilft dir aber, deine Lage in Worte zu fassen, auch für die Hausarztpraxis.
Was dein Ergebnis dir sagt und was nicht
Dein Ergebnis zeigt, wie du heute über dich denkst, und zwar so, wie du es in diesem Moment angekreuzt hast. Nach einem schweren Tag fällt es oft niedriger aus als nach einem guten Wochenende. Die Zahl ist deshalb eine Momentaufnahme, kein Urteil über deinen Wert und keine Diagnose.
Spannender als die Summe sind die einzelnen Aussagen, bei denen du gezögert oder dich ertappt gefühlt hast. Dort liegt meist das, was dich im Alltag kleinmacht. Vielleicht ist es der Satz über den Stolz, vielleicht der über das Versagen. Merk dir diese eine Aussage, denn mit ihr kannst du bei den Übungen weiter unten arbeiten. Und wenn du den Test in ein paar Wochen wiederholst, siehst du, ob sich dort etwas bewegt hat.
Selbstwert, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen: wo liegt der Unterschied?
Die drei Wörter werden oft gleich benutzt, meinen aber verschiedene Fragen. Wer weiß, welche Frage bei ihm wackelt, sucht an der richtigen Stelle.
| Begriff | Frage dahinter | Im Alltag |
|---|---|---|
| Selbstwert | „Bin ich etwas wert?“ | Nach einem Fehler fühlst du dich nicht nur ungeschickt, sondern als Mensch falsch. |
| Selbstbewusstsein | „Wie wirke ich auf andere?“ | Im Meeting überlegst du so lange, wie dein Beitrag ankommt, bis das Thema vorbei ist. |
| Selbstvertrauen | „Traue ich mir das zu?“ | Du bewirbst dich nicht auf die Stelle, obwohl du die Anforderungen erfüllst. |
Manche Menschen treten sicher auf und zweifeln trotzdem innen an ihrem Wert. Andere trauen sich fachlich viel zu und fühlen sich privat schnell klein. Der Selbstwert liegt dabei am tiefsten: Wenn er wackelt, zieht er die anderen beiden oft mit, und genau deshalb setzen die Übungen hier an.
Fünf Übungen, die im Alltag wirken können
Keine dieser Übungen verändert etwas über Nacht. Sie funktionieren eher wie Training: Eine Einheit bringt wenig, die Wiederholung macht den Unterschied. Nimm dir am besten erst eine vor und füge nach ein, zwei Wochen die nächste hinzu.
1. Beweise sammeln statt Sätze wiederholen
Schreib jeden Abend drei Dinge auf, die du an diesem Tag getan hast. Gemeint sind keine Erfolge, sondern Handlungen: die Mail, die du endlich geschickt hast, das Gespräch, das du ruhig geführt hast, der Abend, an dem du früh ins Bett gegangen bist, weil du es gebraucht hast. Mach das zwei Wochen lang, es dauert fünf Minuten.
Der Grund ist einfach. Ein Satz wie „Ich bin wertvoll“ prallt ab, wenn dein Kopf keine Belege dafür findet. Eine Liste mit echten Handlungen liefert diese Belege, und gegen sie kann der innere Zweifel schlechter argumentieren. Ob die Übung passt, merkst du daran, dass dir nach einigen Tagen schon tagsüber auffällt: Das schreibe ich heute Abend auf.
2. Den inneren Kritiker hörbar machen
Wenn dir wieder ein Fehler passiert, achte auf den genauen Wortlaut in deinem Kopf. Schreib ihn auf, so wie er kommt, etwa „Typisch, du kriegst nie etwas hin“. Dann frag dich: Würde ich das so zu einem guten Freund sagen, dem dasselbe passiert ist? Und was würde ich ihm stattdessen sagen?
Beim ersten Mal braucht das ein paar Minuten, später Sekunden. Solange die Kritik nur als Gefühl mitläuft, wirkt sie wie die Wahrheit. Sobald sie schwarz auf weiß dasteht, wird sichtbar, wie hart und wie pauschal sie oft ist. Die Frage nach dem Freund holt dann die freundlichere Stimme dazu, die du für andere längst hast. Manche nennen das Selbstmitgefühl. Du merkst, dass es passt, wenn der zweite Satz nicht mehr ganz so fremd klingt.
3. Ein kleines Nein pro Woche
Such dir jede Woche eine Gelegenheit, bei der du Nein sagst, obwohl dein Reflex Ja wäre. Fang klein an: die Zusatzaufgabe, die nicht eilt, das Treffen, auf das du keine Kraft hast, die Bitte, die du eigentlich gar nicht erfüllen willst. Ein Satz reicht: „Das schaffe ich diese Woche nicht.“
Wer schlecht Nein sagt, glaubt oft, dass Zuneigung an Gefälligkeit hängt. Diese Überzeugung lässt sich nicht wegdenken, sie wird erst durch die Erfahrung leiser, dass nach einem Nein meistens nichts Schlimmes passiert. Bleib ein paar Wochen dabei. Passend ist die Übung, wenn das Herzklopfen vor dem Nein mit der Zeit kürzer wird oder du merkst, wie viel Zeit dir plötzlich gehört.
4. Eine Woche Vergleichspause
Wähl die eine Plattform, nach der du dich am häufigsten schlechter fühlst, und pausiere sie für eine Woche. Lösch die App vom Startbildschirm oder melde dich ab, damit der Griff zum Handy ins Leere geht.
Auf diesen Plattformen siehst du die besten Momente anderer neben deinem ganz normalen Dienstag. Der Vergleich ist also schief, bevor er anfängt, nur spürt man das beim Scrollen nicht. Achte während der Pause darauf, wann du den Impuls hast, die App zu öffnen, und wie du dich abends fühlst. Fällt dir auf, dass du seltener denkst „Die anderen kriegen das alle hin“, hat sich die Woche gelohnt.
5. Wert von Leistung entkoppeln
Schreib eine Liste mit Eigenschaften, die nichts mit Leistung zu tun haben: wie du zuhörst, worüber du lachen kannst, wie du mit Tieren, Kindern oder alten Freunden umgehst. Fällt dir wenig ein, frag eine Person, der du vertraust: „Was magst du an mir, abgesehen davon, was ich kann?“ Nimm dir dafür eine halbe Stunde, und lies die Liste in den folgenden Wochen ab und zu.
Wer seinen Wert nur über Leistung spürt, ist an guten Tagen stabil und an schlechten Tagen nichts wert. Die Liste baut ein zweites Fundament. Die Frage an eine vertraute Person kostet Überwindung, und gerade deshalb lohnt sie sich: Du hörst etwas über dich, das du dir selbst nicht ausgedacht hast. Ob es passt, merkst du daran, dass du ein Lob irgendwann annehmen kannst, ohne es sofort kleinzureden.
Warum das oft nicht reicht
Vielleicht hast du schon Affirmationen ausprobiert und sie klangen hohl. Das sagt wenig über dich und viel über die Methode. Überzeugungen wie „Ich genüge nicht“ sind meist früh entstanden und laufen heute automatisch, schneller als jeder bewusste Gedanke. Ein neuer Satz, für den es keine passende Erfahrung gibt, kommt gegen dieses Tempo nicht an.
Nicht: „Ich muss mir nur oft genug sagen, dass ich gut bin.“ Sondern: „Ich brauche Erlebnisse, die meinem alten Satz widersprechen.“
Die Übungen oben sind genau solche Erlebnisse. Manchmal aber sitzt der alte Satz so tief, dass er jede neue Erfahrung sofort umdeutet: Das Lob war Höflichkeit, das Nein war unhöflich. Dann kann es helfen, mit jemandem gezielt an dieser Stelle zu arbeiten.
Wichtig ist auch, ehrlich hinzuschauen, worum es eigentlich geht. Wenn seit Wochen die Niedergeschlagenheit überwiegt, du kaum noch Freude hast und der Blick auf dich selbst nur ein Teil davon ist, mach den Selbsttest zur Stimmung und lies die Seite zu Depression. Dann ist ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe der erste Schritt. Und wenn dich vor allem Menschen, Gruppen oder das Reden vor anderen kleinmachen, findest du auf der Seite zu sozialer Angst passendere Antworten.
Hypnose und Coaching als ein Weg
Weil Tommy auch Systemischer Coach ist, verbindet er beim Selbstwert Gespräch und Hypnose. Im Gespräch sucht ihr die Situation, in der du dich kleinmachst, und die Stimme, die dann spricht. Oft ist es ein Satz, den du vor langer Zeit gehört hast und der heute noch mitredet, obwohl er längst nicht mehr stimmt.
In der Hypnose arbeitest du dann mit Vorstellung statt mit Argumenten. Du gehst innerlich in eine konkrete Situation, das Gespräch mit der Chefin oder den Moment vor dem Nein, und probst sie mit dem Gefühl, das du dir wünschst. So kann eine Erfahrung entstehen statt eines weiteren Vorsatzes. Tommy nennt diese Arbeit Trance State Hypnosis: ganz bei dem einen Moment, in dem es bei dir kippt, mit wachem Kopf und in deinen eigenen Worten.
Ehrlich gesagt: Für Hypnose speziell beim Selbstwert gibt es keine belastbaren Studien. Ob dir diese Art zu arbeiten etwas bringt, hängt von dir ab, davon, wie gut du dich auf innere Bilder einlassen kannst und was hinter deinem Thema steckt. Deshalb steht am Anfang ein Gespräch, in dem ihr das klärt, bevor du etwas zahlst.
Wer macht das, was kostet es?
Tommy Müller ist Systemischer Coach & Heilpraktiker für Psychotherapie. Er sitzt in Leipzig und arbeitet ausschließlich online, du bleibst also in deinem eigenen Raum. Zuerst sprecht ihr 30 Minuten miteinander, kostenlos, und danach entscheidest du, ob du weitermachen willst.
Die Arbeit kostet 250 € für ein Thema, in der Regel 1 bis 3 Sitzungen, alle im Preis. Mehr dazu unter Kosten und Krankenkasse.
Was oft gefragt wird
Wie lange dauert es, das Selbstwertgefühl zu stärken?
Eine feste Zeit gibt es nicht. Der Blick auf dich selbst ist über Jahre entstanden und verändert sich meist in kleinen Schritten, die du oft wiederholst. Viele merken zuerst Kleinigkeiten: ein Nein, das leichter fällt, ein Fehler, der abends kürzer nachhallt.
Kann Hypnose das Selbstwertgefühl stärken?
Für Hypnose speziell beim Selbstwert gibt es keine belastbaren Studien, und eine Garantie gibt es nicht. Manche erleben die Arbeit mit Vorstellung und innerer Probe als hilfreich, andere wenig. Ob es für dich ein sinnvoller Versuch ist, klärt ihr im kostenlosen Erstgespräch.
Wann sollte ich zu Ärztin, Arzt oder Psychotherapie?
Wenn du dich seit Wochen niedergeschlagen fühlst, kaum noch Freude empfindest, nicht mehr gut schläfst oder verzweifelt bist, sprich zuerst mit deiner Hausärztin, deinem Hausarzt oder einer psychotherapeutischen Praxis. Der Selbsttest auf dieser Seite ersetzt keine Diagnose.
Du musst nichts leisten, um hier zu sein. Lesen reicht.
Erst reden, dann entscheiden
Im Erstgespräch (30 Minuten, kostenlos) erzählst du Tommy, wo es bei dir hakt. Er sagt dir offen, ob Hypnose oder Coaching dafür passt oder ob ein anderer Weg zuerst dran ist. Danach entscheidest du in Ruhe.
Lieber erst spüren, wie sich Hypnose anfühlt? Hypnose kurz ausprobieren (90 Sek.)